OSTEOMYELITIS
Entzündung des Knochenmarks

Nicht jede Osteomyelitis geht mit Schmerzen einher. Mit den Methoden der modernen Schmerztherapie kann aber nicht nur ein Schmerz sondern auch die Ursache wirkungsvoll bekämpft werden.

Als Osteomyelitis wird eine Entzündung des Knochenmarks bezeichnet, meist ist aber auch das Kn ochengewebe (Ost itis) und die Kn ochenhaut (Per iostitis) beteiligt.
Eine Entzündung des Knochenmarks entsteht durch hämatogene (= auf dem Blutwege), seltener
lymphogene (= über die Lymphe) oder durch direkte (z.B. bei Verletzung) Keimeinschleppung (meist Staphylococcus aureus).

Die akute Osteomyelitis (Entzündung des Knochenmarks) geht mit folgenden Krankheitszeichen einher:

Eine Osteomyelitis kann auch auf benachbarte Gelen ke übergreifen.
Bei der sklerosierenden (= krankhafte Verhärtung von Geweben) Entzündung des Knochenmarks kommt es zu einer einer tumorartigen, derben Verdickung von Periost (= Kno chenhaut) und Kn ochen.

Zur Therapie der Osteomyelitis (Entzündung des Knochenmarks) werden nach vorheriger Austestung hochdosiert Antibiotika gegeben. Oft ist eine radikale Ausmuldung des Kn ochens, Spüldrainage und Ruhigstellung durch Fixateur externe erforderlich.
Das Problem ist, daß Kn ochengewebe relativ schlecht durchblutet ist, so daß die körpereigenen Abwehrmechanismen kaum zu Tragen kommen. Die schlechte Durchblutung behindert natürlich auch eine Antibiotika-Therapie und so kommt es nicht selten zu einer Chronifizierung
(= langsam, schleichender Verlauf).

Bei der chronische n Osteomyelitis treten bevorzugt nachts Schmerzen auf, besonders wenn ein Schub vorliegt.

Zur Schmerz- und Ursachenbekämpfung im Bereich der unteren Körperhälfte (von einer Osteomyelitis sind hauptsächlich die Be ine betroffen) eignet sich die längerfristige kontinuierliche Periduralblockade mit Katheter.
Diese Methode hat den großen Vorteil, daß es neben der erwünschten Unterbrechung der Schmerzreizleitung durch gleichzeitige Blockade vegetativer
(= das unwillkürliche Nervensystem betreffende) Nerven zu einer Sympath ikolyse (= Weitstellung der Blutgefäße) und damit zu einer sehr deutlichen Mehrdurchblutung kommt, wie sie systemisch medikamentös (= durch Arzneimittel, die im ganzen Körper wirken) nicht zu erreichen ist. In dieser Situation ist es dann äußerst sinnvoll nochmals eine (ausgetestete) Antibiotika-Behandlung durchzuführen weil jetzt das Antibiotikum auch die Erreger erreicht. In diesem Sinne ist diese Blockadebehand lung bei Osteomyelitis geradezu kurativ (= heilend).

Bei der chronische n Osteomyelitis des Unterschenkels können im Rahmen der therapeutischen Lokalanästhesie zur Durchblutungsverbesserung auch Bupivacain-Injektionen in die A. femoralis (= Beinschlagader) durchgeführt werden (z.B. 1 x täglich 5-8 ml Bupivacain 0,25%, 10 Tage lang).

Bei einer chronische n Osteomyelitis im Bereich des distalen (= weiter entfernt von der Körpermitte) Unterschenkels oder Fußes bewirkt auch die kontinuierliche Blockade des Nervus ischiadicus eine kräftige Sympathikolyse (= Weitstellung der Blutgefäße) und damit eine sehr deutliche Mehrdurchblutung. Der Vorteil dieser Methode ist das geringere therapeutische Risiko.

Gar nicht so selten sehen wir Patienten, bei denen der Unter-, teilw. auch der O berkiefer von einer Osteomyelitis betroffen ist. In diesen Fällen ist eine intensive therapeutische Lokalanästhesie (2 mal täglich, auch an Wochenenden, ca. 10-14 Tage lang) sehr hilfreich. Dabei werden bei einer Osteomyelitis des Oberkiefers die gleichseitigen Nerven maxillaris und infraorbitalis blockiert, bei der Osteomyelitis des Unterkiefers die Nerven mandibularis und mentalis. Verwendet wird ebenfalls ein langwirkendes örtliches Betäubungsmittel (z.B. Bupivacain). Auch mit diesen Maßnahmen läßt sich eine enorme Durchblutungssteigerung erreichen.

Wenn Schmerzen bei Osteomyelitis (Entzündung des Knochenmarks) längerfristig bestehen, ist davon auszugehen, daß bereits ein Chronifizierungsgrad II oder III (Mainzer Stadieneinteilung) vorliegt. In diesen Fällen ist eine rein somatische (= körperliche) Behandlung kaum mehr ausreichend, sondern es müssen zusätzlich psychologisch /psychotherapeutische Interventionen erfolgen.

Daß örtliche Betäubungsmittel auch entzündungshemmend wirken, ist zwischenzeitlich wissenschaftlich erwiesen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, so klicken Sie hier.

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